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| The NBA: Where Politics happen! Über Basketball, Rassismus und Globalisierung in den USA |
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| Geschrieben von Johann Jäckel | |
| Montag, 23. Juni 2008 | |
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Anfang Juni kam die 62. Saison der nordamerikanischen Profibasketballliga (NBA) zu einem Ende. In den sieben Spielen der Finals standen sich zwei der dienstältesten Teams der Liga gegenüber: die Los Angeles Lakers und die Boston Celtics. Die traditionelle Rivalität der beiden Mannschaften, welche insgesamt 31 Titelgewinne auf sich vereinen, garantierte Rekordeinschaltquoten für die beteiligten Medien. Jenseits des Basketballfelds spiegeln die beiden Teams und ihre Geschichte eine Reihe von gesellschaftlichen Diskursen wieder.
Insbesondere Fragen der Benachteiligung aufgrund von Hautfarbe und Herkunft, sowie die Veränderung eben dieser Diskriminierungsformen durch Globalisierungsprozesse lassen sich in einer Betrachtung der Mannschaftskultur nachzeichnen. Bird vs. Magic: Der Ausgangspunkt
Im Zentrum des angespannten Verhältnisses zwischen den beiden Teams steht die Erinnerung an eine Reihe von Finalbegegnungen in den 80er Jahren. Während dieser Zeit symbolisierte die Entscheidung für eine der beiden Mannschaften bei Weitem mehr als eine bloße sportliche Präferenz. Wie ein Kommentator in einem Weblog bemerkt: „If you were a Celtics fan and black in the 1980s, it was as if you were a race traitor.“ Mit drei weißen Starspielern und Larry Bird als Protagonisten wurden die Celtics als „weißer“ Kontrahent der „farbigen“ Lakers betrachtet. In entsprechender Weise verteilten sich Sympathie und Antipathie entlang der Linien von ökonomischen, sozialen und politischen Privilegien. Sportlich untermauert wurde diese Sichtweise mit Gegenüberstellungen der Spielweise der beiden Mannschaften. Während die Celtics einen vergleichsweise langsamen und effizienzorientierten Stil repräsentierten, standen die Lakers um Magic Johnson für ästhetisch unterhaltsamen und anspruchsvollen up-tempo Basketball. Boston: A flea market of racism
Ihren Ursprung hat diese Wahrnehmung in der Geschichte der Boston Celtics, welche im Kontext der us-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung zu sehen ist. Hinsichtlich der Gleichberechtigung von weißen und farbigen Spielern war der Club zu dieser Zeit vergleichsweise progressiv. Als erstes Team der Liga stellten die Celtics fünf farbige Startspieler auf. Anstellen von nach Hautfarbe getrennten Umkleidekabinen gab es früh einen gemeinsamen Mannschaftsraum. Bill Russel, oft als erster farbiger Superstar der NBA betrachtet, ging 1966 als erster farbiger Trainer in die offiziellen Annalen der Liga ein. Andererseits war Boston – wie der auch Rest der Vereinigten Staaten – während der 60er Jahre weiterhin ein Ort von anhaltendem Rassismus. Nachdem die Celtics 1968 unter Russels Führung den zweiten Titelgewinn in Folge verbuchen konnten, wurde dessen Haus Ziel eines rassistischen Anschlags. Russel beschrieb Boston daraufhin als „a flea market of racism“. Seine öffentliche Erklärung „I am a Celtic, not a Boston Celtic“, stellte einen wohl recht erfolglosen Versuch dar, sportlich-professionelle Identität vom gesellschaftlichen Umfeld zu trennen. The NBA is going global
Die Los Angeles Lakers der diesjährigen Finals hingegen repräsentieren einen weiteren Aspekt sozialen Wandels: den Höhepunkt der Globalisierungswelle im us-amerikanischen Profibasketball. Für eine Liga, die ihre Titelträger gerne als World Champions bezeichnet, war die NBA im Vergleich zum europäischen Profifußball noch bis spät in die 90er Jahre relativ protektionistisch. In der Endrunde der vergangenen Saison fanden sich jedoch insgesamt 60 internationale Spieler aus 28 Ländern, verteilt auf nahezu alle für die Playoffs qualifizierten Teams. Die Lakers liefen gleich mit mehreren europäischen Leistungsträgern auf. Zwar wird die Mannschaft in erster Linie vom alles überragenden Kobe Bryant getragen, um diesen herum finden sich jedoch drei Spieler aus dem alten Kontinent. Das Pendel schwingt zurück
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